vhs Semesterbreginn 2017

Bäckertradition statt Brötchenknast

Unternehmen: Bäckerei Huth | Datum: 13.09.2017


Bäckerei Huth
Die Brüder Dominique und Sascha Huth
„Unsere Großmutter hatte im Zweiten Weltkrieg, als sie die Bäckerei alleine führen musste, einen Versorgungsauftrag. Den nehmen wir heute für uns auch noch ernst“, sagt Dominique Huth. Heute geht es für die Limburger Bäckerei Huth, die er zusammen mit seinem Bruder Sascha seit 13 Jahren leitet, zwar nicht mehr darum, Menschen in Notzeiten vor dem Hunger zu bewahren. Doch als ihren Auftrag verstehen die Brüder es, Handwerkstradition und Qualität zu bewahren.
Denn diese Werte sind heute bedroht. Viele Bäcker arbeiten ganz oder weitgehend mit vorgefertigten Mischungen aus dem Großhandel, die nur noch mit Wasser zum Teig angerührt und gebacken werden. Oder die Kunden angeln sich beim Discounter die aufgebackene Tiefkühlware aus den Plastikboxen im „Brötchenknast“. Als Bäcker in der achten Generation ist das den Brüdern Huth zuwider, und so legen sie in ihrem Unternehmen Wert auf handgemachte Backwaren, auf regional und fair gehandelte Rohstoffe - und natürlich auf den besonderen Geschmack, den ihre Brote, Brötchen, Kuchen und anderen Produkte dadurch erhalten. „Der echte Bäcker“ lautet der Slogan, unter dem sie ihr Qualitätsverständnis propagieren.

Handwerkstradition auch im Großbetrieb

Allerdings müssen auch sie mit der Zeit gehen. Ihr Urgroßvater belieferte Ende des 19. Jahrhunderts von seiner Bäckerei in Zollhaus bei Hahnstätten aus das Umland noch mit einer einzigen Brotsorte. In der Jugendzeit von Dominique und Sascha Huth war es schon eine Besonderheit, dass am Wochenende Mohn- und Sesambrötchen das Sortiment bereicherten. Heute sind 30 verschiedene Brotsorten Standard. Dazu kommen noch einmal rund 20 Brötchenarten, Kaffeeteilchen und anderes Kleingebäck, Kuchen und Torten. Mehr als 25 Sorten umfasst das Weihnachtsgebäck, und es gibt noch viele andere Artikel etwa zur Fastnacht, zur Osterzeit oder abhängig von der Jahreszeit. Aber auch dabei versucht die Bäckerei Huth bodenständig zu bleiben. „Zu Weihnachten muss es keinen Erdbeerkuchen mehr geben, für den die Früchte von weiß Gott woher angekarrt werden, und nach der Fastnacht ist es mit den Kräppeln auch mal gut“, sagt Sascha Huth.
Die Vielfalt, zugleich auch die Produktion der nötigen Menge für die Belieferung der inzwischen 23 Bäckerei-Fachgeschäfte, funktioniert nur in einem inzwischen recht großen mittelständischen Unternehmen mit insgesamt 160 Mitarbeitern. „Die Größe hat aber nichts damit zu tun, ob man Qualität und Handwerkstradition besser oder schlechter umsetzen kann“, betont Dominique Huth.

Keine Chemie, Rohstoffe aus der Region

Manchmal macht der Umfang des Geschäfts es freilich schwer, die selbst gesetzten Standards zu erfüllen. Beispielsweise musste der Partnerbetrieb von Steffen Heckelmann in Hünfelden sich schon ordentlich anstrengen, bis er die fünf Tonnen Kürbiskerne liefern konnte, die die Bäckerei Huth jährlich für Körnerbrötchen und -brote braucht. Schließlich sind Kürbisse keine hierzulande verbreitete Feldfrucht, und der Landwirt musste sich erst einmal auf den Anbau im großen Stil einrichten. Inzwischen hat sich die Kürbiskern-Versorgung aber gut eingespielt, und Dominique Huth schwärmt: „Kerne doppelt so groß wie diejenigen, die man im Großhandel aus China bekommt, und die Qualität ist um ein vielfaches höher.“
So versuchen sie es auch mit anderen Rohstoffen und Produkten zu halten: Nach Möglichkeit bezieht die Bäckerei Huth ihr Material aus der Region, auch wenn das noch nicht für alle Rohstoffe möglich ist. Die Bäcker verwenden sechs selbst angesetzte Natursauerteige, verzichten auf chemisch gereinigtes Jodsalz, künstlich gehärtete Margarine, Konservierungsstoffe, chemisch-synthetische Zusatzstoffe, künstliche Farbstoffe und künstliche Aromen. Seit 2009 gibt es in den Bäckerei-Fachgeschäften nur noch fair gehandelten Kaffee sowie Kakao und das Unternehmen ist komplett auf Ökostrom umgestellt. Seit einigen Monaten gibt es einen Preisnachlass, wenn Kunden sich eine eigene Tasse oder einen eigenen Trinkbecher befüllen lassen.

Discounter ist nicht automatisch billiger

Die Qualität hat ihren Preis, insbesondere angesichts aktuell deutlicher Preissteigerungen bei Butter und Eiern. Zugleich steht die Bäckerei Huth aber auch im Wettbewerb zur billiger produzierenden Konkurrenz. Darin sehen sich die Brüder an der Spitze des Unternehmens aber gut aufgestellt. „Es ist verrückt, aber viele Backwaren beim Discounter werden gekauft, obwohl sie nicht viel preisgünstiger oder sogar teurer als bei einem traditionellen Bäcker sind“, sagt Dominique Huth. Offenbar hat sich die Annahme „Discounter gleich billig“ in vielen Köpfen festgesetzt, ohne dass die Leute sie real überprüfen.
Dennoch wollen sich Sascha und Dominique Huth nicht auf einen Preiswettbewerb einlassen. Ihr Thema ist die Qualität, und damit sehen sie sich für die Zukunft gut aufgestellt. Denn das Einkaufsverhalten der Deutschen wandelt sich. Ging es den Landsleuten, anders als den europäischen Nachbarn, bislang bei Lebensmitteln in erster Linie um den Preis, stehen für die Millennials, die Generation der heute 20- bis 35-Jährigen, gesunde und genussvolle Ernährung eher im Blickpunkt. Und genau zu dieser Einstellung passt die Überzeugung der Bäckerei Huth.

Qualitätsarbeit auch in der Kommunikation

Aber nicht nur beim Brot muss alles stimmen, sondern auch beim Vermitteln der Qualitätsbotschaft. Deshalb setzt die Bäckerei Huth stärker auf Kundenkommunikation als viele Mitbewerber. Die eigene Zeitschrift „Zeit für Brot“ ist mit rund 60.000 Exemplaren das größte Medium dieser Art zwischen Köln und Frankfurt. Auf der Webseite berichtet www.baeckerei-huth.de berichtet ein Blog immer wieder über Neuigkeiten aus dem Unternehmen. Die Webseite Selbst wurde vom Fachmedium Deutsche Bäckerzeitung zur deutschlandweit zweitbesten Bäcker-Webseite gekürt. Führungen durch die Backstube, Produkttests und andere Aktionen stärken die Kundenbindung. Auch der für einen Bäcker ungewöhnliche Vertriebsweg über den Online-Shop www.ich-liebe-brot.deerfreut sich wachsender Beliebtheit.
Das Filialnetz zwischen Hadamar im Norden und Hofheim sowie Wiesbaden im Süden, zwischen Altendiez und Eschhofen wird auf absehbare Zeit zwar immer wieder Veränderungen erfahren, groß angelegte Expansionspläne haben Huths jedoch nicht. Eher schon machen sie sich Gedanken über den Nachwuchs. Denn wie in vielen Handwerksberufen sind die Lehrlinge dünn gesät. Viele 15- oder 16-Jährige schreckt ab, dass der Dienst in der Backstube mitten in der Nacht beginnt. „Allerdings hat man als Bäcker sehr verlässliche Arbeitszeiten“, hält Sascha Huth dem entgegen. In der Gastronomie müssten die jungen Leute hingegen mit wechselnden Zeiten klar kommen und abends auch mal deutlich länger als geplant bleiben. Doch gerade in Zeiten des Fachkräftemangels setzt die Bäckerei Huth weiter auf eigene Ausbildung. Im aktuellen zweiten Ausbildungsjahr der Innung Limburg-Weilburg kommen vier von zehn Lehrlingen aus dem Betrieb. „Anders als mit eigener Ausbildung funktioniert es einfach nicht“, betont Sascha Huth. Denn Qualität funktioniert nur mit Menschen, die ihr Handwerk verstehen.

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