Autohaus Orth: Erfolg durch Mut zum Wandel

Unternehmen: Orth Automobile GmbH | Datum: 13.10.2017


Autohaus Orth
Manchmal müssen Unternehmer auch riskante Entscheidungen treffen. Für Werner und Anja Orth rückte der Moment für eine solche riskante Entscheidung im Sommer 1999. Damals stand das Eigentümerehepaar des Autohauses Orth am Rand einiger Äcker in der Feldgemarkung von Obertiefenbach, nahe der Bundesstraße 49. Auf Einladung des damaligen Beselicher Bürgermeister Martin Rudersdorf schauten sie sich die Fläche an. Der war gerade dabei, seinen ambitionierten Plan für ein im Verhältnis zur kleinen Gemeinde großes Gewerbegebiet an der Bundesstraße anzustoßen. Im Rahmen dieser Bemühungen sprach er auch die Inhaber des traditionsreichen Automobilbetriebs an. Der Zeitpunkt war nicht gerade ideal. Wenige Jahre zuvor hatten Orths in die Modernisierung des bisherigen Firmensitzes an der Hauptstraße 35 kräftig investiert, und nun sollten sie eine komplette Betriebsverlagerung mit Neubau auf einem 1,2 ha großen Grundstück stemmen?

Los ging's mit LKW

„Wir haben uns schließlich dazu entschlossen, das anzugehen, und im Rückblick war es genau die richtige Entscheidung“, sagt Werner Orth heute. Inzwischen hat es bereits eine erhebliche Erweiterung des Neustandorts gegeben, das Grundstück ist auf rund zwei Hektar angewachsen und aus den 28 Mitarbeitern, die mit in das inzwischen „Investzentrum“ getaufte Gewerbegebiet zogen, sind 80 geworden.

Mutige Entscheidungen gehören gewissermaßen zum Erbe der Firma. Denn die Familie hat ihr Unternehmen mehrfach neu erfunden. Die Wurzeln liegen in dem Fuhrunternehmen von Werner Orths Großvater. Sein Vater gründete 1951 dann einen Reparaturbetrieb, der sich zunächst auf Nutzfahrzeuge spezialisierte, insbesondere auf die heute nur noch als Oldtimer bekannten Marken Krupp, Hanomag und Henschel. Nachdem Hanomag-Henschel 1971 von Mercedes-Benz übernommen wurde, war auch das Autohaus Orth bei seiner langjährigen Stamm-Marke angekommen.

1986 folgte die nächste grundlegende Überarbeitung der Geschäftsidee: Das Autohaus befasste sich fortan auch mit Mercedes-PKW, die schnell zum wichtigen Geschäftsfeld wurden - nicht nur bei Reparaturen, sondern zunehmend auch mit dem Verkauf gebrauchter Fahrzeuge aller Altersklassen. 1990 stieg Werner Orth in die Geschäftsführung ein. Er hatte während seiner Ausbildung bei Mercedes in Koblenz die PKW-Sparte ausgiebig kennengelernt. Bis 1992 war dann die Modernisierung an der Hauptstraße abgeschlossen. 1994 organisierte das Unternehmen seine erste Gebrauchtwagenausstellung. In den folgenden Jahren sollte dieses Veranstaltungsformat zum Renner mit immer größerem Kundenzuspruch werden.

Neuanfang im Investzentrum

In dieser Situation kam also die potenzielle Verlagerung an die Bundesstraße. „Das war ein Standort für die Zukunft. Im Ortskern waren wir ja total eingebaut“, erinnert sich Anja Orth. „Hier konnten wir viel von Grund auf neu gestalten. Das gab schließlich den Ausschlag und wir haben uns für den Umzug entscheiden“, ergänzt ihr Mann. Bis 2004 liefen die Bauarbeiten. „Nach dem Umzug dachten wir, dass wir für unsere Verhältnisse zu groß gebaut hätten“, blickt Werner Orth zurück. „Doch das änderte sich schnell: Wir sind hier stark gewachsen.“ Zum Teil trugen dazu die neuen Service-Möglichkeiten auf dem großen Gelände und in den modernen Gebäuden bei, zum Teil auch die bessere Sichtbarkeit von der Bundesstraße aus.

2008 weitete das Autohaus sein Portfolio auf Volkswagen-Nutzfahrzeuge aus. Schließlich waren Handwerker und ähnliche Gewerbebetriebe von jeher wichtige Kunden gewesen. Weil Orth seine Werkstatt für die Sprinter-Serie von Mercedes optimiert hatte, war es nicht schwierig, die ähnlich dimensionierten Crafter von VW ebenfalls zu betreuen.


Autohaus Orth
Neue Geschäftsfelder erschlossen

Spätestens zu diesem Zeitpunkt gab es erste Überlegungen, auch in die PKW-Sparte von VW einzusteigen. 2011 war es dann so weit. „Aber dafür war in unseren noch nicht einmal zehn Jahre alten Räumen kaum noch Platz“, sagt Werner Orth. Also folgte die nächste Umbauphase, und 2014 eröffneten der neue VW-Trakt und der Gebrauchtwagen-Pavillon. Seiner Spezialisierung auf Gebrauchte ist das Autohaus Orth treu geblieben.

Der traditionsreiche Altstandort an der Obertiefenbacher Hauptstraße ist angesichts der Aktivitäten im Investzentrum keineswegs in Vergessenheit geraten. Zunächst richtete Orth dort ein modernes Regallager ein, in denen Reifensätze für 1300 Kunden professionell aufbewahrt, gereinigt und ausgewuchtet werden.

Seit 2016 betreibt das Unternehmen dort zudem eine freie Werkstatt unter dem Namen Car-O. Die Mitarbeiter glänzen dort ebenso wie am Hauptstandort mit Fachwissen für Mercedes und VW. „Dennoch nehmen wir hier den Preiswettbewerb mit den freien Werkstätten an“, sagt Werner Orth. Das gelingt durch den Verzicht auf einige Vorschriften, die die Hersteller ihren Vertragswerkstätten machen. „Es gibt keinen baulich getrennten Servicetresen, sondern das Werkstatt-Team nimmt den Auftrag selbst an, wie in kleineren Werkstätten üblich“, nennt Werner Orth ein Beispiel.

Wandel der Autobranche mitgestalten

Auf dieser Diversifizierung des Geschäfts ruht das Unternehmen sich aber nicht aus. Schließlich steckt die Automobilbranche gerade in einer großen Umwälzung. „Die E-Mobilität wird verstärkt ein Thema, in den Großstädten auch das Carsharing“, sagt Werner Orth. Das schlägt sich in der Weiterbildung der Mitarbeiter und insbesondere in den Lehrplänen der Auszubildenden als Kfz- und Nutzfahrzeug-Mechatroniker sowie Kfz-Kaufleuten nieder. Sie müssen sich stärker mit Elektroantrieben auseinandersetzen.

Überhaupt spielt die Nachwuchsgewinnung im Autohaus Orth eine große Rolle. Die 15 Auszubildenden machen einen besonders großen Teil der Belegschaft aus. Sie erhalten, einen bestimmten Notenschnitt vorausgesetzt, eine Jobgarantie. Werner Orth ist Vorstandsmitglied in der Kfz-Innung Limburg-Weilburg, Obmann der Schiedsstelle, die bei Konflikten zwischen Kunden und Betrieben weiterhilft, und gehört dem Kfz-Prüfungsausschuss an. In der Industrie- und Handelskammer Limburg übernimmt er als Vizepräsident Verantwortung.

Auch baulich bleibt das Autohaus dynamisch. 2018 steht voraussichtlich eine Umgestaltung der Annahmezone bevor, um die geplante Umstellung des Verfahrens auf eine rein elektronische Annahme zu erleichtern. Die Mitarbeiter sollen die nötigen Unterlagen dann nur noch am Tablet bearbeiten. Parallel werden auch die internen Abläufe von der Dokumentation über Rechnungsstellung und Buchhaltung bis hin zur Terminvereinbarung noch stärker als bisher auf die papierlose Ebene gehoben.


Große Konzertbühne an der Servicetheke

Der neue Standort im Investzentrum hat auch schon bewiesen, dass er mehr ist als nur ein herkömmliches Autohaus. „Ihr habt die Carnegie Hall von Beselich gebaut“, zitiert Anja Orth einen Bekannten, der auf der berühmte New Yorker Konzerthaus anspielte. Tatsächlich gab es bei der Eröffnung eine Überraschung: Pianist Walter Born, der für die musikalische Untermalung zuständig war, stellte fest, dass der Gewerbebau eine ganz hervorragende Akustik aufweist. Da Anja Orth selbst Klavier spielt und Kurse an der Kreismusikschule (KMS) in Limburg besucht hatte, war schnell der Kontakt zur KMS hergestellt. Seitdem haben die Geschäftsräume, die rund 200 Gäste fassen, mehrfach als Konzertorte gedient, unter anderem als Außenspielstätte der Limburger Sommerkonzerte.

Karriere als Konzertveranstalter wollen Anja und Werner Orth dennoch nicht machen: Das Eintrittsgeld der KMS-Konzerte kommt der ehrenamtlichen Arbeit der Schule zu gute, in deren Förderverein Anja Orth zweite Vorsitzende ist. Aber ein gewisser Marketing-Effekt lässt sich nicht bestreiten. „Durch die Konzerte werden wir bei Leuten bekannt, die sonst wohl nie in Kontakt zu uns gekommen wären“, berichtet Werner Orth. Auch das ist ein positiver Nebeneffekt der mutigen Standortentscheidung vor fast 20 Jahren.

zurück

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angebote ist ausschließlich der jeweilige Anbieter verantwortlich. Die Betreiber des Marktplatz Limburg-Weilburg übernehmen keinerlei Haftung.

Marktplatz Limburg-Weilburg
Sie möchten Ihr Unternehmen, Ihren Verein oder News darstellen?
E-Mail: oder Telefon: 06431 - 91460

 

Die Wirtschaftsregion Limburg, Weilburg, Diez liegt zentral zwischen Frankfurt am Main und Köln mit sehr guten Verkehrsanbindungen in alle Richtungen. Mehr als 170.000 Menschen leben in dieser Region. Vielen von ihnen pendeln vor allem in das Rhein-Main-Gebiet, dabei gibt es in der Region Limburg viele große und interessante Unternehmen mit spannenden beruflichen Herausforderungen. Der Marktplatz Limburg-Weilburg stellt die Unternehmen der Region vor. Das Jobportal jobsinlimburgweilburg.de präsentiert die vielen interessanten Stellenangebote der Unternehmen, die Partner des Portals geworden sind.

 

Der Marktplatz Limburg-Weilburg und jobsinlimburgweilburg.de werden unterstützt von:

 

jobsinlimburgweilburg wird unterstützt vom Landkreis Limburg-Weiburgjobsinlimburgweilburg wird unterstützt von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Limburg Weiburg Diezjobsinlimburgweilburg wird unterstützt von der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weiburgjobsinlimburgweilburg wird unterstützt von der Kreissparkasse Limburg

© 2021 marktplatz-limburg-weilburg.de | AGB | Nutzungsbedingungen | Kontakt | Datenschutz | Cookie-Einstellungen | Impressum

Marktplatz Limburg-Weilburg auf Youtube

Marktplatz Limburg-Weilburg bei Facebook Marktplatz Limburg-Weilburg bei Instagram