Lego für Erwachsene: Trockenbau aus Leidenschaft

Unternehmen: Innenausbau und Malermeisterbetrieb Scavnicar | Datum: 01.12.2017


Team vom Innenausbau und Malermeisterbetrieb Scavnicar
In manchem Handwerksbetrieb gelingt der Generationswechsel in der Familie. In anderen übernimmt ein erfahrener Mitarbeiter des Geschäft. Ganz selten steigt ein Fachfremder in ein Handwerk ein und gründet auch noch ein eigenes Unternehmen. In dieser Hinsicht ist Sascha Scavnicar eine Ausnahmekarriere gelungen. Der gelernte Metallbauer hat sich beruflich neu erfunden und ist heute Chef einer Innenausbau- und Malerfirma mit Sitz in Lindenholzhausen.

Das kam so: Nach der Ausbildung bei der Limburger Firma Ohl arbeitete Scavnicar bei einer Firma für Rohleitungsbau in Landau in der Pfalz. „Das war spannend, aber wie es vielen in dem Alter geht, habe ich mit 22 alles hingeschmissen“, erinnert er sich. Sein Plan war es, sich in der Region rund um seine Heimat Niederbrechen nach einer Anstellung als Schweißer umzuschauen. Für den Übergang wollte er sich als Maler-Aushilfe verdingen. Das hatte er schon in der Schulzeit an Wochenenden und in den Ferien in dem Betrieb gemacht, in dem sein Bruder arbeitete. Also fing Sascha Scavnicar als Aushilfe in einem Unternehmen in Villmar an.

Eine ungewöhnliche Karriere

Dort erlebte er eine Überraschung: „Die Arbeit machte so viel Spaß, dass ich keine einzige Bewerbung als Schweißer abgeschickt habe.“ Vor allem der Trockenbau, bei dem Innenwände und Decken beispielsweise aus Gipskarton entstehen, hatte es ihm angetan. „Das ist wie Lego für Erwachsene“, sagt Scavnicar. „Nach einem Arbeitstag sieht man so große Fortschritte wie bei fast keiner anderen Arbeit am Bau.“

Nach zweieinhalb Jahren wurde er von einem anderen Unternehmen abgeworben. Parallel machte er sich, wie viele Ausbauhandwerker, im Nebenerwerb selbstständig und übernahm am Wochenende kleinere Aufträge. Schnell merkte er, dass auf dieser Ebene noch viel mehr möglich war. 2008 wagte Sascha Scavnicar schließlich den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit. Es war wie bei vielen anderen kleinen Selbstständigen: Ohne Gesellen- oder Meisterbrief übernahm er auch Arbeiten, die laut Handwerksordnung zumindest Graubereiche für nicht formell ausgebildete Handwerker sind. Er hatte schließlich sogar bereits drei Angestellte, ohne selbst ausgebildeter Maler zu sein.

Zügig zum Meister

Sascha Scavnicar, Innenausbau und Malermeisterbetrieb Scavnicar
„Dann wurde mir sehr freundlich klargemacht, dass die zuständigen Stellen sich das nicht auf Dauer ansehen würden“, erinnert sich Scavnicar. Allerdings war das Verhältnis zur Malerinnung trotz dieses Konfliktpotenzials von Anfang an gut. Und so kamen er und die Berufsvertretung schnell überein, alles in hundertprozentig korrekte Bahnen zu überführen. Aufgrund seines inzwischen umfassenden Fachwissens war die Gesellenprüfung an der Limburger Friedrich-Dessauer-Schule kein großes Problem. Es folgte die 18-monatige Meisterausbildung an der Abendschule in Wiesbaden. Von der Handwerkskammer bekam er die Ausnahmegenehmigung, in dieser Zeit seinen Betrieb auch ohne Meisterprüfung zu führen. 2014 hielt er seinen Meisterbrief in Händen.

Sofort begann er eigene Lehrlinge auszubilden, und kurz darauf engagierte sich der Meister mit dem unkonventionellen Hintergrund auch in der Innung. Heute ist der 37-Jährige Mitglied des Innungsvorstands Limburg-Weilburg, bei den Handwerksjunioren aktiv und Mitglied des Prüfungsvorstands. Derzeit bereitet er sich zudem auf die Prüfung als Sachverständiger für das Bauhandwerk vor.

Auch räumlich gab es Veränderungen. Vom Garagenbetrieb in Villmar ging es über provisorische Lagerräume und eine ehemalige Gärtnerei zum neuen Standort in Lindenholzhausen. Auch hier halfen Scavnicar die guten Beziehungen innerhalb der Handwerkerschaft. Auf einer gemeinsamen Baustelle kam 2016 mit dem Elektrotechnikbetrieb Otto & Zirner das Gespräch auf Scavnicars Suche nach einem größeren, modernen Firmensitz. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade Räume im neuen Gebäude von Otto & Zirner frei geworden. Nach einer kurzen Besichtigung war klar: Der Trockenbaubetrieb würde als neuer Mieter einziehen. „Die Lage ist top, nahe an zwei Bundesstraßen und an der Autobahnauffahrt“, berichtet Sascha Scavnicar. „Und wenn wir Material angeliefert bekommen, stört das hier in dem kleinen Gewerbegebiet mit den Einkaufsmärkten auch keine Nachbarn.“

Teamwork auf der Baustelle

Team vom Innenausbau und Malermeisterbetrieb Scavnicar
Die Partnerschaft mit anderen Handwerkern hält der Malermeister auch im täglichen Geschäft hoch. „Auf dem Bau ist für alle genug Arbeit da. Wenn man sich gegenseitig unterstützt, kommt man besser zurecht, und es ist auch ein Vorteil für den Bauherren“, sagt er. Gerade für Trockenbauer ist es wichtig, sich gut mit denjenigen abzusprechen, die ihre Leitungen in den Wänden verlegen, und für die klassischen Malerarbeiten ist Scavnicar wiederum davon abhängig, dass zuvor die anderen Gewerke alles pünktlich erledigt haben. Die bessere Koordination ist neben der Einsparung von Fahrtzeiten auch ein Grund, warum er sich auf die Region rund um seinen Sitz konzentriert und, anders als viele andere Bau- und Ausbaufirmen, in der Regel keine Aufträge aus den umliegenden Ballungsgebieten annimmt.

Auch inhaltlich hat sich die Arbeit in den vergangenen Jahren geändert. So sind zu Trockenbau und Malerarbeiten auch Bodenbeläge hinzugekommen, die nicht jeder andere Malerbetrieb mit anbietet. Dazu hat Scavnicar auch spezielle Technik angeschafft, beispielsweise Gerätschaften zur Sprühlackierung von Decken und Türzargen. Auf der anderen Seite überlässt er inzwischen Fliesenarbeiten befreundeten Handwerkern, um sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Das betreibt der Malermeister inzwischen mit acht Angestellten. „Und wir suchen weiterhin gute Leute“, betont Sascha Scavnicar. Für die Mitarbeiter gibt es immer wieder Fortbildungen, um sie in neuen Techniken und Werkstoffen zu schulen. Vor allem würde er sich über einen Meister freuen, der als Angestellter auch Koordinationsaufgaben mit übernehmen kann. Denn diese nehmen inzwischen mehr als Hälfte der Arbeitszeit des Chefs ein.

Qualität: Das beste Erfolgsrezept

Über die Zukunft seines Unternehmens und der Branche macht sich Scavnicar keine Sorgen, auch wenn gerade im Malergewerbe auch einige Trupps mit fraglichem fachlichen Hintergrund unterwegs sind. „Qualität setzt sich durch und es gibt auch genügend Auftraggeber, die gute Handwerksarbeit zu schätzen wissen und sie entsprechend bezahlen“, ist er überzeugt. Aus seiner Sicht ist entscheidend, den Bauherren ein „Rundum-Sorglos-Paket“ zu bieten. Deshalb vereint er die drei Gewerke Boden, Wand und Decke in seinem Angebot und legt zugleich großen Wert auf die Sauberkeit der Baustelle. „Man muss am Ende halt nochmal eine halbe Stunde Besen und Lappen zur Hand nehmen, auch wenn das vielleicht weniger Spaß macht“, macht Scavnicar deutlich. „Aber wenn der Bauherr abends nach Hause kommt und das Treppenhaus verdreckt ist, dann stellt das die gesamte Arbeit in Frage, auch wenn der Innenausbau an sich perfekt gelungen ist.“

Das nächste firmeninterne Großprojekt ist die Zehn-Jahres-Feier, die im Spätsommer 2018 zusammen mit Otto & Zirner begangen werden soll, die dann das 20-jährige Bestehen des Betriebs feiern. Dann ist ein Tag der offenen Tür auf dem Gelände in Lindenholzhausen geplant.

Trotz der zeitintensiven Arbeit ist es für Sascha Scavnicar ist aber wichtig, nicht nur für die Firma zu leben. Deshalb engagiert er sich in der Gruppe „Herbstlaub“, die in Oberbrechen Begegnungs- und Freizeitangebote für Menschen mit Behinderungen anbietet. Immer wenn es die Zeit erlaubt, läuft er dort zum Fußballspielen auf und übernimmt auch mal Betreuungsaufgaben. Das lässt sich der Handwerksmeister mit der ungewöhnlichen Karriere nicht nehmen: „Man kommt aus dem Alltag raus und merkt, dass das Miteinander mit Menschen und Dankbarkeit für gemeinsame Zeit viel wichtiger ist als Stress oder Ärger, den man im Alltag hat.“

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