Die Französische Revolution scheiterte in Limburg an der Lahn

Unternehmen: Landkreis Limburg-Weilburg | Datum: 08.02.2018


1.500 preußische Soldaten waren bei Limburg mit Wäschewaschen und Gewehrreinigen beschäftigt, als der französische Oberst Houchard, Custines Mann fürs Grobe und alle gefährlichen Einsätze, diese überraschte. Im gestreckten Galopp griffen die Franzosen die Preußen an und drängten sie binnen einer Stunde aus Limburg heraus. Das war am 9. November 1792. „Dass die Bestrebungen der Französischen Revolution nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit danach für kurze Zeit auch im Gebiet des heutigen Landkreises Limburg-Weilburg propagiert wurden, ist selbst manchem Heimatkundler in unserer Region nicht unbedingt bekannt“, erklärte Landrat Manfred Michel. Zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Limburger Kreissparkasse, Patrick Ehlen, eröffnete der Landrat die Ausstellung „Die Expedition Custine kam bis nach Limburg - Rheinland-Pfalz, Hessen und die gescheiterte Freiheit 1792/93". Zahlreiche Heimatkundlerinnen und Heimatkundler sowie geschichtlich Interessierte waren gekommen, um die erstmals in der heimischen
Region ausgestellten und teils einmaligen Exponate zu betrachten. Zusammengestellt hat diese vielbeachtete Präsentation Dr. Dr. Mark Scheibe, Vorsitzender der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789 bis 1815.

Die Idee, diese nach Limburg zu holen, kam vom neu gegründeten Referat für Kunst und Kultur des Landkreises. Doch im Kreishaus gibt es nicht die geeigneten Räumlichkeiten, um eine über vier Meter hohe Guillotine und eine 1,5 Tonnen schwere Kanone zu platzieren. „Die benachbarte Kreissparkasse Limburg hat deshalb dankenswerterweise ihre Präsentationsräume zur Verfügung gestellt und auch einen Großteil der Kosten übernommen“, freute sich Landrat Michel. Sein herzlicher Dank galt deshalb Patrick Ehlen und der Firma Weil AG, die den Transport der großen und schweren Exponate übernommen hatte.

Zurück zur Geschichte, die Dr. Scheibe in seinem Referat sehr anschaulich darstellte:

Der französische General Custine, genannt „Schnauzbart", war vor genau 225 Jahren eine gefürchtete Person im Taunus und in ganz Deutschland – „vor dem die Mauern deutscher Festungen gleichsam einfallen.“ Mit über 20.000 Soldaten im Rücken lautete seine Vorgabe: „Frieden den Hütten, Krieg den Palästen", um die Menschen zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu bekehren und die Fürsten brandzuschatzen. Doch sein herrisches Auftreten und die Plünderung der Gemeindekassen machten ihm keine Freunde, sodass er und seine Leute bald als „Freiheitsschwindler“ bezeichnet wurden.

Noch am 9. November konnte er ein preußisches Heer bei Limburg über die Lahn zurückdrängen, doch Anfang Dezember wurden seine Truppen aus dem Rhein-Main-Lahn-Gebiet weitgehend vertrieben und mussten sich auf die Festung Königstein und die andere Rheinseite zurückziehen. Seine Anhänger, die mit Zwangsmaßnahmen, Gewalt und Geiselnahmen die Menschen zu den Wahlen zu der „Mainzer Republik" gedrängt hatten, wurden später mit langen Gefängnisstrafen belegt.

Patrick Ehlen überreichte einen Scheck in Höhe von 3.000 Euro an den Stiftungsvorsitzenden. Er freue sich, dass diese Spende Studenten als Stipendium zugutekomme und die Kreissparkasse Limburg somit einen Beitrag zur Erforschung der Heimatgeschichte leisten könne, sagte der Vorstandschef.

Die Ausstellung der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789-1815 ist während der Öffnungszeiten der Kreissparkasse Limburg zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Am Donnerstag, 22. Februar, 18:30 Uhr, wird Dr. Scheibe im Sitzungssaal Westerwald des Limburger Kreishauses einen Vortrag zum Thema der Ausstellung halten. Alle Interessierten sind eingeladen. Um Anmeldung wird unter Telefon: 06431 296242 oder per E-Mail:

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