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Zukunftsforum Mengerskirchen: Den Dörfern eine Perspektive geben


„Auf Schwarzseherei habe ich überhaupt keine Lust. Ich beschäftige mich lieber mit der Zukunft und ihren Möglichkeiten“, sagt Volker Mühl. So hält er es im Beruf als Partner der Steuerberatungsgesellschaft Mühl Christ Partnerschaft in Löhnberg und Limburg, aber genauso in seinem ehrenamtlichen Engagement im Verein Zukunftsforum in seiner Heimatgemeinde Mengerskirchen. Das Zukunftsforum versucht, die Entwicklung in der kleinen Westerwaldgemeinde voranzubringen; bei der Unternehmensansiedlung ebenso wie für mehr Lebensqualität der Senioren, bessere Bildung und allgemein bei der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Auf diesem Weg wollen Mühl und seine Mitstreiter Sprüchen entgegenwirken wie: „Die Dörfer sterben, dagegen kann man nichts machen.“ oder: „Die Politik müsste mal...“.


Schon 25 Arbeitsplätze geschaffen

Seit rund zwei Jahren ist das Zukunftsforum Mengerskirchen aktiv und hat Entwicklungen in verschiedene Richtungen angestoßen. Am augenfälligsten ist das Gründerzentrum Westerwald (GZW). In einer Unternehmensimmobilie in der Poststraße 2 haben der Verein, die Gemeinde, das Trans-Mit-Zentrum der Technischen Hochschule Mittelhessen sowie weitere Partner ein Angebot ins Leben gerufen, das sonst nur aus Coworkingspaces oder Startup-Zentren in Großstädten bekannt ist: Unternehmensgründer erhalten für eine bezuschusste Pauschalmiete umfassend ausgestattete Arbeitsplätze mit moderner Vernetzung und flexibel veränderbarem Raumangebot. Dort können sie ihre Geschäftsideen verwirklichen und erste Wachstumsschritte vollziehen. Dazu kommen Services wie die Mitbenutzung von Konferenzräumen, gegenseitiger Austausch sowie die Unterstützung durch den Gründerberater Werner Spiess und die fest angestellte Mitarbeiterin Miriam Jost.

Veranstaltungen wie die lokale Ausgabe der Gründerwoche Deutschland, ein Tag zu den Möglichkeiten der Drohnentechnik und eine Ausbildungsberatung für Jugendliche mit dem System key4you finden ebenfalls im GZW statt. Inzwischen bestehen dort rund 25 Arbeitsplätze. „In nur zwei Jahren und bezogen auf die rund 6000 Einwohner in Mengerskirchen ist das eine Menge“, bilanziert Volker Mühl. Darüber hinaus hat dort neuerdings Helmut Scharfenberg seinen Dienstsitz. Er ist beim Landesprogramm „Land der Zukunft - Heimat Hessen“ für die Mitte und den Westen des Bundeslands zuständig.

Regionale Produkte und ein Dorftreffpunkt

Das Zukunftsforum Mengerskirchen versucht einen Schwerpunkt in jedem der fünf Ortsteile zu setzen, und so konzentriert sich der Verein in Dillhausen auf die Regionalvermarktung. Nachdem verschiedene einmalige Märkte und Feste großen Anklang gefunden hatten, reifte die Idee eines dauerhaften Dorfladens, weil Dillhausen sonst keinen örtlichen Einzelhandel mehr hat. Als Kooperationspartner beteiligten sich die Bürgerstiftung Dillhausen und die Gemeinde Mengerskirchen, die zuvor ein leerstehendes Fachwerkhaus im Ortskern erworben und saniert hatte.

Seit Juli 2017 beherbergt das so genannte Engelhaus jetzt den Dorfladen mit zwei Teilzeitarbeitsplätzen. Zu den regelmäßigen Öffnungszeiten können dort Grundnahrungsmittel, bevorzugt aus regionaler Produktion, erworben werden. Immer mittwochs gibt es ein gemeinsames Mittagessen, bei dem Menschen aus dem Ort ins Gespräch kommen können. Ein Café hat sonntags geöffnet und gelegentlich wird im benachbarten alten Backhaus Brot gebacken.

Im Alter in der Heimat bleiben

Für den Ortsteil Waldernbach liegt der Fokus auf einem Mehrgenerationenprojekt, dem so genannten „Inklusionshaus“, das im Rahmen der eigens dafür gegründeten Genossenschaft „Inklusionshaus Dorfmitte eG“ realisiert wird; der Bauantrag wurde bereits gestellt. Das Inklusionshaus ist dreigeteilt: Einzelapartments für Menschen mit Unterstützungsbedarf und ambulante betreute Wohngruppen, Bewohner und Kleingewerbetreibende, wie etwa Schneiderei oder Café und Backshop. Im Inklusionshaus Dorfmitte sollen alle Menschen willkommen sein, unabhängig ihrer Beeinträchtigungen, ihrem Hilfebedarf, ihrem Alter, ihrer Herkunft oder finanziellen Situation. Die Bewohner des Hauses werden von dem Verein „Mitteldrin für Alle“ bei der Organisation und Bewältigung des Alltags unterstützt.

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 2,09 Millionen Euro. Die Finanzierung trägt die Genossenschaft mit Eigenmitteln in Höhe von 400.000 Euro sowie Zuschüssen in gleicher Höhe und 1,4 Millionen Euro Fremdkapital.

Über Vorträge und Weiterbildungsangebote zu Gesundheitsthemen und die stärkere Eingliederung von Frauen in die Berufstätigkeit sind auch die Ortsteile Probbach und Winkels in die Arbeit des Zukunftsforums eingebunden. An wechselnden Orten finden außerdem die Mengerskirchener Zukunftsgespräche statt. Die Veranstaltungsreihe befasst sich mit vielfältigen Themen vom technischen Fortschritt bis zur persönlichen Weiterentwicklung der Teilnehmer und findet wechselnd in den Geschäftsräumen verschiedener Unternehmen in der Gemeinde statt. Darüber hinaus trägt das Zukunftsforum das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ auf lokaler Ebene in den Gemeinden Mengerskirchen, Dornburg, Waldbrunn und Elbtal mit. Dort wird das Programm unter dem Titel „Vielfalt Westerwald“ umgesetzt. Das Zukunftsforum arbeitet darüber hinaus eng mit dem schon länger bestehenden Bildungsforum Mengerskirchen zusammen, das Schulen, Kindertagesstätten sowie verschiedene andere Akteure der Bildungsarbeit vernetzt. „Beide stehen als Partner für eine von Bürgern der Gemeinde getragene Initiative zur positiven Weiterentwicklung der Gemeinde Mengerskirchen“, fasst Volker Mühl den gemeinsamen Ansatz zusammen.

Es geht nur mit vielen Partnern

Die in zwei Jahren erzielten Erfolge haben mehrere Wurzeln: Die Gemeindepolitik hatte durch das Bildungsforum bereits gute Erfahrungen mit eigenständiger Zusammenarbeit verschiedener Akteure gesammelt. Deshalb war eine ähnliche Form auch eine denkbare Lösung, als 2015 eine intensive Debatte über Wirtschaftsförderung, demografischen Wandel und die weitere Entwicklung der Gemeinde begann. Schnell bezogen Bürgermeister Thomas Scholz und die Gemeindegremien deshalb die Öffentlichkeit ein.

Bei einer der folgenden Bürgerversammlungen war Volker Mühl aus Interesse dabei. Er hatte bereits einige Jahre zuvor in seiner Kanzlei eine Zukunftswerkstatt ins Leben gerufen, um Unternehmen über Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung hinaus auch bei der strategischen Weiterentwicklung zu unterstützen. Versuche, in ähnlicher Form auch mit Kommunen und Schulen zusammenzuarbeiten, waren aber nur in wenigen Fällen auf den ausreichenden Veränderungswillen gestoßen.

Als Mühl nach der Bürgerversammlung von Bürgermeister Scholz angesprochen wurde, ob er sich eine aktive Rolle, insbesondere mit Blick auf die Wirtschaftsförderung, vorstellen könne, sagte er nach kurzer Bedenkzeit zu, allerdings mit Bedingungen. „Es war mir wichtig, in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde, ihrer Verwaltung und Politik aktiv zu werden, aber nicht in Abhängigkeit von der Gemeinde“, betont Mühl. So gelang es, eine politische Vereinnahmung zu vermeiden, bei der sich eine Gruppe die Erfolge des Zukunftsforum auf die Fahnen geschrieben hätte und andere schon deshalb dagegen gewesen wären. Unter dieser Bedingung entwickelte sich aus einem Arbeitskreis schnell ein Verein, an dessen Spitze Volker Mühl erst kürzlich wiedergewählt wurde, und es kamen Handlungsfelder und Partner hinzu, die am Anfang nicht abzusehen waren. „Selbstverständlich besteht eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Kommunalverwaltung und auch alle im Gemeindeparlament vertretenen Fraktionen“, betont Mühl.

Macher müssen flexibel bleiben

Nach Mühls Einschätzung lässt sich bei solchen Projekten ohnehin nicht alles minutiös vorausplanen. „Nicht alles funktioniert nach dem Plan, den man sich vielleicht anfangs zurechtlegt“, räumt er ein. „Aber aus unerwarteten Entwicklung eröffnen sich oft neue Handlungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten.“ Es komme darauf an, mit diesen Entwicklungen flexibel und kreativ umzugehen. Dabei kommt es auf die Zusammenarbeit mit wichtigen Interessengruppe beispielsweise aus Politik, Verwaltung, Kirchen, Vereinen, Schulen und örtlichen Unternehmen an. „Dabei muss man auf die Menschen zugehen und darf nicht warten, bis jemand von selbst kommt, um sich einzubringen“ betont Mühl. Dennoch sei ein gewisser Anteil von Ablehnung für neue Ideen unvermeidlich. Akteure bei ähnlichen Zukunftsprojekten müssen das seiner Meinung nach akzeptieren und mit denjenigen Partnern arbeiten, die dazu bereit sind. „Außerdem ist es wichtig, die Vorhaben transparent zu machen, zu kommunizieren und zumindest einzelne Projekte schnell umzusetzen. Die Leute müssen etwas zu sehen bekommen“, sagt Volker Mühl. Ebenso hält er einen langen Atem für nötig, denn nicht immer kann es so schnell wie beim Gründerzentrum oder beim Dorfladen gehen, bis etwas umgesetzt wird.

Volker Mühl und seine Mitstreiter im Zukunftsforum haben noch einige weitere Ideen. Ihnen schwebt ein Portal vor, das auf Gemeindeebene Gesuche und Gebote für Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Miete und Kauf von Wohnungen und Geschäftsimmobilien sowie regionale Produkte und Dienstleistungen bündelt. Für das Engelhaus in Dillhausen werden derzeit Ideen für eine Nutzung des Geschosses über dem Dorfladen gesammelt.

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