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Investzentrum Beselich: Kleine Gemeinde ganz groß


Wer auf der Bundesstraße 49 an Obertiefenbach vorbeifährt, kann die markanten, teils aufwändig gestalteten Gewerbebauten neben der Fahrbahn kaum übersehen. Dort erstrecken sich das so genannte Investzentrum - rund 20 Hektar fast vollständig belegtes Gewerbeland mit schätzungsweise 120 Arbeitsplätzen: Für die kleine, ländliche Gemeinde Beselich ist das ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, den sie sich selbst geschaffen hat. „Natürlich sind wir sehr zufrieden und sehr stolz auf den Erfolg des Investzentrums“, sagte Bürgermeister Michael Franz. „Aber er ist nicht von heute auf morgen gekommen.“
Ein eigenes Gewerbegebiet war bereits vor Jahrzehnten ein Wunsch der Gemeindepolitik. „Der Standort in Obertiefenbach als größtem Ort stand eigentlich fest, aber die Entwicklung war durch die Bundesstraße eingeschränkt“, erinnert sich Bauamtsleiter Andreas Ott. Verschiedene Ideen wurden erörtert, unter anderem ein gemeindeübergreifendes Gebiet mit dem benachbarten Hadamarer Stadtteil Steinbach. Schließlich bot Ende der 1990er Jahre die anlaufende Planung für die Teilortsumgehung in Richtung Schupbach mit ihrer Brücke über die Bundesstraße die Chance, an dieser Stelle gleich auch das neue Gewerbeareal anzuschließen. Nach etwas aufwendigen Genehmigungsverfahren begann 2003 parallel mit der Eröffnung der Teilortsumgehung die Entwicklung des Gewerbegebiets.



Eigener Herr auf eigener Fläche

Nach dem Autohaus Orth als erster großen Ansiedlung ging es erst einmal nur langsam voran. Aus Sicht von Bürgermeister Franz war und ist das aber kein Problem. Beselich konnte sich Zeit lassen, weil es sich im Gegensatz zu anderen Kommunen nicht an eine externe Landentwicklungsgesellschaft gebunden hatte, die einen gewissen Flächenumsatz erwartet und andernfalls finanzielle Forderungen stellt. „Dafür macht die Entwicklung und Vermarktung der Fläche im Rathaus viel Arbeit, aber wir können schnell reagieren und individuelle Grundstücke anbieten“, sagt Franz. Nach einem positiven Erstgespräch geben seine Mitarbeiter innerhalb eines halben Tages alle Unterlagen heraus, die ein Unternehmen zur weiteren Entscheidungsfindung braucht. Außerdem besteht große Flexibilität beim Zuschnitt der Grundstücke.
Vor allem aber war die Gemeinde nie zum Verkauf gezwungen und konnte sich die Nutzer aussuchen. „Wie viele Quadratmeter werden gebraucht? Wie viele Arbeitsplätze entstehen dort?“, lauten dabei die Leitfragen. „Oberstes Ziel ist es, heimatnahe Arbeitsplätze zu schaffen, und davon profitiert nicht nur die Gemeinde Beselich“, betont Franz. Es komme darauf an, keine Betriebe anzusiedeln, die auf riesigen Flächen nur wenige Menschen beschäftigen, wie es etwa oft in der Logistik der Fall ist, aber auch nicht mit vielen kleinteiligen Nutzern das Gebiet zu zersiedeln. Darüber hinaus leistet sich die Gemeinde den Luxus, bei den Bauplänen ein Wörtchen mitzureden. „Man kann auch Gewerbebauten ansprechend gestalten, und das beweisen viele Unternehmen im Investzentrum“, sagt Franz.
Er gibt sich selbstbewusst: Mit der Position unmittelbar an der Bundesstraße, deren umfassende Erneuerungs- und Erweiterungskampagne demnächst im Kreisgebiet abgeschlossen sein wird und nun auch im Lahn-Dill-Kreis vorangeht, verfügt Beselich nach Ansicht von Franz über die zweitbeste Lage für Gewerbe im Kreis, übertroffen nur von Limburg. Dazu kommt der extrem niedrige Gewerbesteuerhebesatz von 305 Prozent. Der Bürgermeister bedauert zwar, dass das nach der Entscheidung der Gemeindevertreter nicht mehr der werbewirksam geringste Wert in ganz Hessen ist, extrem günstig bleibt die Niederlassung in Beselich aber allemal für Unternehmen. Ein weiterer Vorteil ist die Abschirmung des Gebiets gegen den Ort durch die Bundesstraße. Konflikte zwischen der Lärmentwicklung von Unternehmen und Wohngebieten drohen also nicht.

Durchbruch mit Weilburger Coatings

Trotz dieser Stärken lief der Flächenabsatz anfangs etwas schleppend, was auch mit der weltweiten Wirtschaftsabschwächung ab 2005 zu tun hatte. Inzwischen hat sich das gründlich geändert. „Der Durchbruch kam 2013 mit Weilburger Coatings“, blickt Bauamtsleiter Ott zurück. Der international tätige Spezialist für Oberflächenbeschichtungen verlegte seinen Sitz aus Weilburg in das kleine Beselich mit noch nicht einmal 6.000 Einwohnern. Parallel und kurz darauf folgten mehrere Ansiedlungen, beispielsweise der Stukkateurbetrieb Görner, der Gastronomiezulieferer Vierlande oder die gerade in Bau befindliche Niederlassung des Veranstaltungstechnikers BSS. Inzwischen sind nur noch rund zweieinhalb Hektar Gelände frei und etwa alle zwei Wochen erkundigen sich potenzielle Nutzer oder Makler wegen einer Ansiedlung im Investzentrums. Es ist also abzusehen, dass bald keine Flächen mehr vorrätig sein werden.
Deshalb ist eine Erweiterung in Vorbereitung. Am liebsten wäre es Bürgermeister und Bauamtsleiter, in Richtung Nordwesten zwölf Hektar dazu zu nehmen. Das wäre insofern einfach als dort eine freie, flache Agrarfläche ohne Bachläufe vorliegt. Allerdings ist nicht mit allen Grundstückseigentümern Einvernehmen hergestellt. Michael Franz will im Herbst eine weitere Verhandlungsrunde angehen. Wenn diese nicht zum Ziel führt, will er eine alternative Planung weiter verfolgen.
Von manchen Bürgermeisterkollegen hört Michael Franz gelegentlich neidische Anmerkungen. Das kann er nicht nachvollziehen. Schließlich werbe er keine Unternehmen aus anderen Kommunen ab und nutze lediglich den Vorteil der Bundesstraße, der der Gemeinde in anderer Hinsicht Belastungen bringe. Nicht zuletzt profitieren aus seiner Sicht auch die Nachbarn von Ansiedlungen in Beselich. „Weilburger Coatings hätte sich auch ins Rhein-Main-Gebiet orientieren können“, sagt Franz. „Eine Ansiedlung in Beselich hält auch Arbeitsplätze für Bewohner anderer Gemeinden in der Region und verhindert damit, dass Menschen ihre Dörfer verlassen.“ Außerdem verdiene Beselich am Landverkauf für 50 Euro/qm keine Reichtümer und die Einnahmen aus der Gewerbesteuer kämen letztlich den Bürgern zu Gute, weil sie Spielplätze, Straßen, Bürgerhäuser und viele Leistungen der Kommune finanzieren. Außerdem hat Franz keine Scheu, Ansiedlungswillige, für die das Investzentrum nicht das richtige Flächenangebot parat hat, an die Nachbarn weiter zu verweisen.

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