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Handwerker auf internationaler Mission


Handwerker auf internationaler Mission
Wer etwas von der Welt sehen will, der oder die muss nicht unbedingt ein Studium mit Auslandssemestern absolvieren oder ins Traineeprogramm eines internationalen Konzerns aufgenommen werden. Auch Handwerker können ferne Länder kennenlernen. Dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten (siehe Kasten unten). Eine hat Carsten Pabst ausprobiert. Der Maurer-, Beton- und Stahlbetonbauermeister und Leiter des Ausbildungszentrums der Bauhandwerks-Innung Limburg-Weilburg hat 2017 die Weiterbildung zum Internationalen Meister absolviert. Bereits zweimal war er seitdem in Sambia, um dort Handwerksfertigkeiten zu vermitteln.
Es war erst der zweite Lehrgang „Internationaler Meister“, den die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main auch für Interessenten aus anderen Kammerbezirken anbot. Zusammen mit Meistern unter anderem aus dem Metzger-, Elektriker-, KFZ-Mechatroniker- oder Friseurhandwerk eignete sich Pabst im Verlauf eines dreiviertel Jahres in Wochenendkursen das nötige Rüstzeug für die Arbeit im Ausland an. Es gab Informationen über Ausbildungssysteme fremder Länder. Dozenten aus dem Jemen und Zentralafrika gaben aus erster Hand Informationen über ihre jeweiligen Kulturen. Auch mit kritischen Situationen mussten sich die angehenden Internationalen Meister auseinandersetzen. „An einem Wochenende haben wir das Verhalten an Straßensperren mit Bewaffneten geübt: Langsam ranfahren, Hände immer sichtbar lassen, bloß keine hektischen Bewegungen“, berichtet Pabst.

Tolle Leute, schwierige Umstände in Afrika

Im Herbst 2017 war es schließlich so weit: Die frisch gebackenen Internationalen Meister gingen in den ersten Praxiseinsatz, viele von ihnen nach Afrika, andere ins europäische Ausland. Carsten Pabsts Einsatzort war das Thorn Park Construction Training Centre in Sambias Hauptstadt Lusaka, eine Ausbildungseinrichtung für das Baugewerbe und verwandte Berufe. „Vorgesehen war ein einwöchiger Einsatz, aber für so eine kurze Zeit wollte ich nicht so weit fliegen. Also habe ich zwei Wochen daraus gemacht“, sagt Pabst.
Was er in Lusaka erlebte, entsprach nur teilweise dem Bild von Afrika, das man in Europa oft hat. Positiv hebt der Bauausbilder das Engagement der rund 30 Schüler hervor, darunter eine Handvoll Frauen: „Die laufen morgens zum Teil ein oder anderthalb Stunden zu Fuß zur Ausbildung und abends wieder zurück, sind sehr wissbegierig und höflich.“ Die Kommunikation verlief in Englisch und durch die praktische Arbeit nahezu reibungslos. Der Maschinenpark stammte größtenteils aus einem Uno-Förderprogramm von 1965. Dass er zumindest in Teilen noch funktionstüchtig war, führt Pabst auf die Qualität der britischen und deutschen Maschinen sowie das afrikanische Improvisationstalent zurück. „Aber daran merkt man auch, dass es wenig bringt, dort einfach Anlagen hinzustellen, wenn niemand sie instandhalten kann und es keine Ersatzteile gibt“, sagt er.


Verbindung von Praxis und Theorie: Ein deutscher Exportschlager

In der Maurerhalle, in der die Ausbildung ablief, musste er erst einmal aufräumen und die wirren Steinhaufen aufschichten lassen. Problematischer als die anfangs mangelnde Ordnung ist aus seiner Sicht aber, dass die Ausbildung in vielen afrikanischen Ländern zu sehr auf Theorie ausgerichtet ist. „Dass ein Ausbilder selbst mit anpackt, mauert und auch mal den Besen in die Hand nimmt, war für die Schüler absolut außergewöhnlich“, berichtet Carsten Pabst.
Mit seinen Schülern konzentrierte er sich deshalb auf praktische Erfahrungen: Sie errichteten er ein Modellhaus, verputzten es, übten das Gießen einer Bodenplatte und bauten einen Pizzaofen für das Ausbildungszentrum. Am Ende kam der deutsche Botschafter zur Zertifikatübergabe. Inzwischen hat der Ausbilder aus Limburg 2018 zum zweiten Mal Thorn Park besucht. „Und es geht dort auf jeden Fall voran“, bilanziert er zufrieden. Das gesamte Gelände macht einen aufgeräumten Eindruck, die Kantine hat sich gegenüber seinem ersten Besuch erheblich verbessert und zumindest ein grundlegender Schutz gegen Diebstähle von großen Geräten wurde eingerichtet. Für 2019 ist vorerst der letzte Besuch im Rahmen des dreijährigen Projekts geplant.
Carsten Pabst ist immer noch voll überzeugt von seiner Entscheidung für den Internationalen Meister und von den Erfahrungen, die er in Sambia gemacht hat. Wenn es nach ihm ginge, würden viele weitere Handwerker auch aus anderen Fachrichtungen seinem Beispiel folgen. „Afrika hat viele junge Leute. Viele von ihnen wollen etwas lernen und zu tun gibt es dort auch reichlich, gerade auf dem Bau“, sagt er. Seiner Meinung nach ist die Weitergabe von Wissen im kleinen Kreis viel wirkungsvoller als millionenschwere Großprojekte.

Viele Wege führen in die Welt

Handwerker wussten schon vor Jahrhunderten, dass es die eigenen Fähigkeiten steigert und den Horizont erweitert, wenn man fremde Städte und Länder, Kulturen und Arbeitstechniken kennenlernt. So entstand die Tradition der Walz, der Wanderjahre, auf die sich viele Gesellen nach erfolgreich absolvierter Ausbildung begaben. Das ist auch heute noch möglich, aber die Walz mit Wanderbuch, Wanderstock und vielen Ritualen ist eher zur Ausnahme geworden.
Dafür gibt es neue Möglichkeiten zum Sammeln internationaler Erfahrung. Sowohl für Auszubildende als auch für Gesellen und Meister existieren eine Vielzahl verschiedener Organisationen und Programme. Sie stellen Kontakte zwischen Betrieben in verschiedenen Ländern zum Austausch von Mitarbeitern her, organisieren Sprachkurse mit beruflichem Schwerpunkt und gewähren auch finanzielle Förderungen. Das bekannteste, aber bei weitem nicht einzige Programm ist Erasmus+, das Berufserfahrungen im EU-Ausland sowie einigen Nachbarländern unterstützt. Doch es gibt zahlreiche weitere Programme, Stiftungen und Initiativen.
Da den Überblick zu behalten und den Auslandsaufenthalt richtig vorzubereiten, ist gar nicht so einfach. Deshalb haben mehrere hessische Handwerkskammern und andere Wirtschaftsverbände sowohl für Auszubildende als auch für Gesellen die Webseite
www.arbeiten-und-lernen-in-europa.de ins Leben gerufen, die einen Überblick verschafft. Wer über die EU hinaus will, wird im Auftrag der Bundesregierung von der Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung beraten: www.go-ibs.de

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