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Ein Kind der Wiedervereinigung: Wie die B 49 fast zur Autobahn wurde


Die Autobahn 3 kennen alle. Seit rund 80 Jahren führt die durch Limburg-Weilburg. Doch seit Mitte November 2018 hat die Region eine zweite Autobahn: die B 49. Zwar bleibt die Strecke offiziell weiter eine Bundesstraße, aber seit diesem Zeitpunkt ist sie im kompletten Kreisgebiet vierspurig, also ausgebaut wie eine Autobahn. Damit geht eine fast 20-jährige Bauphase und eine noch deutlich längere Planungszeit zumindest für den Landkreis Limburg-Weilburg zu Ende, in der viele Millionen Euro in das Projekt geflossen sind.
Die „neue“ B 49 ist ein Kind der deutschen Wiedervereinigung. Zuvor floss vergleichsweise wenig Verkehr auf der Verbindung zwischen der luxemburgischen Grenze nahe Trier und dem Endpunkt bei Alsfeld kurz vor dem wirtschaftlich schwachen sogenannten Zonenrandgebiet. Das hat sich seit 1990 grundlegend geändert: Bundesländer sind neu hinzugekommen und ein gewaltiger Wirtschaftsraum im Osten Europas wurde zugänglich. Das hat mehr Autos und vor allem LKW auf die B 49 gebracht. Dazu kommen Berufs- und Hochschulpendler zwischen Limburg-Weilburg und dem Raum Wetzlar-Gießen sowie zahlreiche Fahrten innerhalb des Landkreises.

Mehr Verkehr und damit mehr Unfälle

Für die Strecke zwischen Limburg und Ahlbach, wo B49 und B 54 auf der gleichen Route liegen, geht die Verkehrsbehörde Hessen mobil von gut 31.000 Fahrzeugen am Tag aus. Mehr Autos bedeuten auch größere Unfallgefahr. Alleine für den Abschnitt im Gemeindegebiet von Beselich hatte die Feuerwehr 74 Unfälle im Jahr 1992 registriert - eine Verdopplung gegenüber 1989. Mehrere Unfallschwerpunkt entwickelten sich auch im benachbarten Lahn-Dill-Kreis.
Die zahlreichen Unfälle und immer häufigeren Staus wollten Politik und Verwaltung nicht länger hinnehmen: Nach einigem Hin und Her zwischen Land und Bund fiel Anfang 1996 die Entscheidung, die Bundesstraße auf den 32 Kilometern zwischen Limburg und Wetzlar durchgängig vier- und nicht dreispurig zu machen.
Wie oft bei großen Projekten, dauerte es vom Grundsatzbeschluss bis zum Anrollen der Bagger noch lange. Erst musste finanziert, geplant, Land für Streckenverlegungen gekauft und manche politische Frage geklärt werden. Beispielsweise gibt es bis heute Streit über das Traktorfahrverbot. Landwirtschaftliche Zugmaschinen dürfen eigentlich nicht auf vierspurigen Kraftfahrstraßen fahren, wie die B 49 heute eine ist. Die Landwirte, ihre Verbände und mehrere Kommunen wehrten sich aber entschieden dagegen, weil sonst Traktorgespanne weite Umwege durch enge Ortskerne fahren müssten. Dem stehen Sicherheitsbedenken wegen der langsam fahrenden und oft nicht ausreichend beleuchteten Landmaschinen entgegen. Gelöst ist das Problem immer noch nicht, vorerst dürfen Traktoren aber weiter die Bundesstraße nutzen, auch weil ein eigentlich geplanter Landmaschinen-Begleitweg nie durchgängig angelegt wurde. Auch ob es für die Brücke bei Heckholzhausen einen Neubau geben und wo dieser entstehen sollte oder die Reihenfolge der Bauarbeiten waren Themen für jahrelange politische Debatten.

Der vierspurige Ausbau der B 49 lässt nicht nur den Verkehr schneller fließen. Er hat auch weitere Projekte auf den vorangebracht, wie hier das Gewerbegebiet bei Obertiefenbach.

Knifflig wurde es an der Deponie

Wirklich los ging es im Jahr 2000 mit dem feierlichen Spatenstich in Wetzlar-Dahlheim. Im Landkreis Limburg-Weilburg musste man sich bis zum August 2005 gedulden. Da liefen die Arbeiten zwischen Ahlbach und Obertiefenbach an. Nicht zuletzt die Gemeinde Beselich hatte immer wieder darauf gedrängt, denn sie hatte parallel ein ausgedehnter Gewerbegebiet links und rechts der Bundesstraße angelegt, das mit aufwändigen Firmenumzügen und Neuansiedlungen verbunden war. Das große Projekt für die kleine Kommune konnte nur im Verbund mit dem Ausbau der Verkehrsader erfolgreich sein. 2008 war dieser erste Abschnitt fertiggestellt.
Es folgten teilweise zeitgleich Bauarbeiten zwischen Merenberg und Weilburg, zwischen Heckholzhausen und Merenberg sowie zwischen Obertiefenbach und der Kreisabfalldeponie, an der sich auch die beiden Raststätten befinden. Zuletzt kam der technisch aufwändigste Streckenteil im Landkreis Limburg-Weilburg: der zwischen der Deponie und Heckholzhausen. Hier war sowohl der Anschluss des Entsorgungszentrums knifflig, das täglich von vielen LKW angefahren wird, als auch die kurz darauf folgende, Überquerung des Kerkerbachtals bei Heckholzhausen, wo die Strecke weit von ihrem alten Verlauf abweicht und eine 275 Meter lange Brücke neu gebaut werden musste.

In Lahn-Dill geht das Projekt noch weiter

Mit der Verkehrsfreigabe im November 2018 war auch dieser schwierige Abschnitt geschafft und derzeit erledigen die Baufirmen nur noch einige Restarbeiten. Durchgängig vierspurig bis Wetzlar ist die B 49 nach 19 Jahren Bauzeit und rund 51 Millionen Euro Bundesinvestitionen aber immer noch nicht. Im Lahn-Dill-Kreis läuft trotz einiger bereits fertiggestellter Abschnitte andernorts noch die Planung. Technisch wird es dort noch einmal herausfordernd: Auf einem Teilstück muss sogar der Flusslauf der Lahn geändert werden, um das Straßenprojekt zu verwirklichen. Auch rund 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist der Ausbau der B 49 also noch längst nicht geschafft.

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