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Bäckerei Nordhofen: Wo der Generationswechsel funktioniert


Von den Eltern zu den Kindern, Generation für Generation: So haben Handwerker seit Jahrhunderten ihre Betriebe weitergegeben. Doch heutzutage ist das nicht mehr immer so. „Im Bäckerhandwerk ist das inzwischen sogar die absolute Ausnahme“, sagt Stefan Laßmann, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg. Um so mehr freut es ihn, dass in seinem Zuständigkeitsbereich der Generationsübergang innerhalb einer Bäckerfamilie gut funktioniert. „Zumindest sieht alles danach aus, dass es klappt“, sagt Markus Nordhofen. Zusammen mit seiner ein Jahr älteren Schwester Christiane Lenau hat der 35-Jährige zum Jahresbeginn 2019 die Bäckerei Nordhofen in Dehrn von ihren Eltern übernommen. Bis zum Jahresende läuft noch eine Übergangsfrist, dann ist der Wechsel komplett vollzogen. „Wir haben die beiden nie dazu gezwungen. Sie wussten, was auf die zukommt, und hätten auch etwas anderes machen können“, betont ihr Vater Karl Nordhofen. Um so mehr freut es ihn, dass seine Kinder die seit 1883 bestehende Bäckertradition der Familie fortsetzen.

Kein Zwang, aber eigentlich selbstverständlich

Für Markus Nordhofen war eigentlich von Anfang an klar, dass er im Betrieb bleiben wollte. „In der Schule mussten wir zwei Praktika machen. Das erste habe ich zu hause gemacht, zum zweiten musste ich woanders hin. Das war dann ein Pflasterbetrieb, aber da habe ich gleich gemerkt, dass das nichts für mich ist“, erinnert er sich. In die Lehre ging er in der Bäckerei Laux nach Villmar, kehrte dann in den elterlichen Betrieb zurück und erwarb mit 25 Jahren den Meistertitel. Zwischendurch hat Markus Nordhofen sich auch andernorts umgeschaut. Eineinhalb Jahre arbeitete er in Stuttgart und einige Zeit auch bei den Bäckereien Fuhr in Diez und Scholl in Mielen.
Bei seiner Schwester war es ähnlich: Sie absolvierte ein Praktikum in einem Architekturbüro. „Aber den ganzen Tag auf dem Bürostuhl zu sitzen, das war nichts für mich“, sagt Christiane Lenau. Im Café Bemmerer in Diez absolvierte sie ihre Ausbildung zur Konditorin. Später arbeitete sie im Café Kreiner in Königstein und als Pâtissière in einem Hotel - keine leichte Aufgabe, weil die Desserts am Schluss des Menüs im Hotel kommen und der Dienst entsprechend lang ist. Konditormeisterin ist sie inzwischen auch. „Mit Auszeichnung“, wie ihr Vater stolz betont.
Dass zwei Vertreter der jungen Generation den Betrieb übernehmen und nicht ein Nachfolger alleine, ist für Christiane Lenau eine große Stärke. „Wir haben zwar beide unsere Schwerpunkte, aber wir helfen uns gegenseitig, wenn es nötig ist“, beschreibt sie die Zusammenarbeit. Rechtlich organisiert haben sie sich als OHG. Im täglichen Geschäft ist Markus Nordhofen vor allem für die Backstube und alles zuständig, was mit dem klassischen Backbetrieb zu tun hat. Seine Schwester kümmert sich um die Buchhaltung und die Organisation des Verkaufsbetriebs in den beiden Filialen. Vor allem aber geht sie dem Konditorhandwerk nach.

Konditor-Experiment ist ein voller Erfolg

Die Konditorei ist eine Neuerung für die Bäckerei Nordhofen. „Da haben wir uns schon Gedanken gemacht, wie Christiane sich in ihrem erlernten Beruf einbringen kann“, erinnert sich Karl Nordhofen an die Vorbereitung der Geschäftsübergabe. „Schließlich sind wir eine Dorfbäckerei ohne Café und haben deshalb kaum Konditorwaren verkauft.“ Also startete der Familienbetrieb einen vorsichtigen Probelauf, nahm Pralinen und Torten ins Sortiment und erlebte eine Überraschung: Bei den Kunden kam das neue Angebot hervorragend an. „Es lohnt sich also auch im Dorf, wenn man mal was Neues ausprobiert“, bilanziert der Senior zufrieden.
Neues wollen die jungen Chefs auch weiterhin wagen, aber behutsam. Größer als das Stammhaus in Dehrn und die Filiale in Dietkirchen soll der Betrieb nicht werden. Dazu kommen ein umfangreicher Lieferbetrieb in der Region und die Versorgung von Cafés in Limburg mit Gebäck. „Wir wollen uns spezialisieren und können auch gar nicht so auf Masse setzen wie ein Großbäcker“, sagt Christiane Lenau. Deshalb sind Kunden bei der Bäckerei Nordhofen auch dann richtig, wenn sie ganz spezielle Backwaren für eine Feier suchen. Markus Nordhofen ist eigens nach Italien gereist, um sich am Ursprungsort in die Geheimnisse des Ciabattabrots einweihen zu lassen. Zusammen mit einem Anbieter von Grill-Events hat er spezielle Produkte als Beilage zum Grillen entwickelt.

Tipp: Nicht zu viel auf einmal angehen

Für die Geschwister war die Fortführung des Familienbetriebs die richtige Entscheidung, und das nicht nur aus dem Pflichtgefühl der sechsten Generation heraus. „Wir kennen hier alles von kleinauf und mussten anders als ein Neugründer keine großen Anschaffungen stemmen“, nennt Markus Nordhofen ganz pragmatische Gründe. Außerdem stehen die Eltern immer noch bereit, um bei Personalknappheit auszuhelfen. Anderen potenziellen Betriebsnachfolgern in einer ähnlichen Situation rät Christiane Lenau zu Gelassenheit: „Man muss sich die Zeit nehmen, die es braucht, um in den Alltag reinzukommen und sollte sich am Anfang nicht unter Druck setzen, zu viel auf einmal anzugehen.“

Ein Tag für Gründer in Limburg
Unternehmensgründer - egal ob mit einer vollkommen neuen Geschäftsidee oder in der Übernehme eines Bestehenden Betriebs - sind am Donnerstag, 27. Juni, in den Räumen der Industrie- und Handelskammer, Walderdorffstraße 7 in Limburg, richtig. Zahlreiche Wirtschaftsverbände und Unternehmen aus der Region geben dort von 19 bis 21.30 Uhr praxisnahe Tipps, um den Start in die unternehmerische Tätigkeit zu erleichtern. Vorträge, Messestände und Erfahrungsberichte junger Gründerinnen und Gründer sind geplant. Weitere Informationen zum Programm des Gründertags gibt es auf der Webseite der IHK und auf der Veranstaltungsseite auf Facebook

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