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„Hier kann ich was bewegen“


Interview mit Villmars Bürgermeister Matthias Rubröder

In einer Reihe von Kommunen haben in den vergangenen Monaten junge Bürgermeister ihr Amt angetreten. Der Marktplatz Limburg-Weilburg interviewt in einer Serie die neue Generation der Rathauschefs.

Seit dem 1. Juli 2018 ist Matthias Rubröder Bürgermeister von Villmar. Zuvor hatte der damals 31-jährige CDU-Politiker in einer Stichwahl mit 54,6 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Arnold-Richard Lenz gesiegt. Wir sprechen mit ihm über sein Selbstverständnis als Bürgermeister und seiner Erfahrungen nach gut einem Jahr im Amt.

Was motiviert Sie für Ihr Amt, in dem man durchaus auch mal Konflikte aushalten und langwierige Sitzungen mitmachen muss?

Rubröder: Ich helfe gerne. Das war schon von Kindheit an meine Devise. Ich habe zum Beispiel zusammen mit meinem besten Freund dessen Haus kernsaniert. So ist das für mich auch in der Gemeinde: Ich wohne hier. Deshalb habe ich mich auch immer gerne eingebracht, und im Dorf kann man mit persönlichem Einsatz mehr bewegen als in der Großstadt. Für mich war das Ehrenamt in der Kommunalpolitik mein Weg, und als Bürgermeister eröffnen sich dazu noch ein paar weitere Möglichkeiten. Natürlich ist nicht jede Sitzung vergnügungssteuerpflichtig. So sind nun mal unsere Prozesse in der Kommunalpolitik. Aber es sind wichtige Themen, die dabei behandelt werden, und letztlich kann man doch etwas bewegen, auch wenn es länger dauert. Natürlich gibt es auch Menschen, die sich nicht engagieren und anschließend meckern, aber das finde ich dann nicht angebracht.

Ist es Ihnen leicht gefallen, für das Amt anzutreten?

Rubröder: Ich habe nicht lange überlegt, vielleicht zwei, drei Tage. Es wurde jemand für diese Aufgabe gesucht, und ich war froh, in dieser Situation helfen zu können. Außerdem hatte ich keine große Bedenken für den Fall, dass ich nicht gewählt worden wäre. Im Leben habe ich schon ein paar Mal erlebt: Wenn irgendetwas nicht funktioniert, dann funktioniert dafür etwas anderes.

Was denken Sie, warum sich die Mehrheit der Wahlberechtigten für Sie entschieden hat?

Rubröder: Ich denke, dass die Direktwahl zum Bürgermeister besonders stark eine Personenwahl und damit vom subjektiven Eindruck geprägt ist, den die Menschen von den Kandidaten haben. Das war auch der Tenor in vielen Gesprächen nach der Wahl. Ich scheine auf viele den kompetentesten Eindruck gemacht zu haben.

Wie war das für Sie an dem Abend, als es bei der Stichwahl sehr gut aussah?

Rubröder: Im ersten Augenblick war das schon ein Zweifel, ob das stimmt, was da von der Auszählung angezeigt wird. Als es dann immer konkreter wurde und die ersten Gratulanten kamen, habe ich es langsam realisiert. Die nächsten paar Tage waren von Euphorie geprägt. Danach konnte ich es dann nicht abwarten, im Amt richtig loszulegen, und dann ging es um die konkrete Vorbereitung.

Wie sah diese Vorbereitung aus?

Rubröder: Ich bin zwar weiter in meinem vorherigen Beruf arbeiten gegangen, habe dann aber im Bauhof zwei Wochen Praktikum gemacht. Ich wollte in alle Abteilungen reinschauen und habe mich intensiv mit dem Bauhof beschäftigt, weil man später im Amt in erster Linie mit der Verwaltung Kontakt hat. Außerdem habe ich bei anderen Bürgermeistern hospitiert, unter anderem bei Thomas Scholz in Mengerskirchen. Schließlich ist Bürgermeister ein Beruf ohne Ausbildung. Da ist es wichtig, von der Erfahrung anderer Amtsinhaber zu profitieren.

Wie haben Sie dann den Alltag im Amt erlebt, nachdem Sie im Juli 2018 richtig loslegen konnten?

Rubröder: Ich habe eine Erfahrung gemacht, die wohl typisch ist, wenn jemand aus der freien Wirtschaft kommt: Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Das ist nicht als Vorwurf gemeint. Viele Abläufe sind von Vorschriften und Gesetzen vorgegeben und können in der Kommune nicht einfach abgekürzt werden. Man kann in der Gemeindeverwaltung zwar viel direkt umsetzen, aber es braucht seine Zeit. Das ist ein Unterschied zur freien Wirtschaft, wo wenige Entscheidungsträger schnell bestimmen.

Gibt es auch Schattenseiten am Amt?

Rubröder: Das Privatleben bleibt ein wenig auf der Strecke. Viele Sitzungen oder offizielle Anlässe sind abends oder am Wochenende. Am Anfang wurde ich auch sehr oft beispielsweise beim Einkaufen mit Anliegen von Bürgern konfrontiert. Ich helfe dann natürlich gerne weiter, aber wenn der Einkauf 90 statt 30 Minuten dauert und ich dann noch die Hälfte vergesse, stört das schon. Inzwischen hat das sich weitgehend gelegt. Ich werde immer noch oft angesprochen, aber in einem Maß, mit dem ich gut umgehen kann.

An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?

Rubröder: Wie jedes Jahr im Herbst, steht der Haushalt für das kommende Jahr an. Den werden wir demnächst in die Gemeindevertretung einbringen. Die eigentlich angestrebte Verabschiedung noch in diesem Jahr werden wir wohl nicht mehr schaffen. Außerdem arbeite ich daran, dass wir, wie von der Gemeindevertretung gewünscht, keine Windkraft im Gemeindegebiet bekommen. Ein weiteres großes Projekt ist ein Neubaugebiet mit bis zu 50 Bauplätzen im Kernort Villmar. Da verhandeln wir derzeit aber erst mit den Grundstücksbesitzern, so dass es bis zur Umsetzung noch etwas dauern wird.

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe in Lebens- und Amtsjahren junge Bürgermeister im Landkreis. Stellen Sie da Gemeinsamkeiten fest?

Rubröder: Das Alter ist meiner Meinung nach nicht maßgeblich. Da unterscheiden sich die Kollegen eher durch ihre individuellen Schwerpunkte oder Herangehensweisen, auch wenn die Themen und Herausforderungen in vielen Kommunen ähnlich sind. Wir tauschen uns unter allen Bürgermeistern regelmäßig aus und gerade von den den älteren Kollegen kann man viel lernen. Unter den jüngeren Bürgermeistern kann man vielleicht eine größere Offenheit für Themen rund um die Digitalisierung feststellen, weil wir damit aufgewachsen sind. Aufgerufen, sich damit auseinanderzusetzen, sind aber natürlich alle Bürgermeister.

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