Das Handwerk stellt sich der Corona-Herausforderung

Unternehmen: Kreishandwerkerschaft | Datum: 08.04.2020


Im heimischen Handwerk ist es in Zeiten der Corona-Pandemie wie in vielen anderen Lebensbereichen: Einerseits türmen sich ungeahnte Probleme auf, andererseits finden die Menschen überraschend pragmatische und kreative Lösungen. „Natürlich haben alle große Probleme, die in irgendeiner Form Ladenlokale mit Kundenverkehr betreiben, also Bäcker, Metzger, ganz besonders die Friseure, aber auch beispielsweise Elektriker“, sagt Stefan Laßmann, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg. „Andererseits haben viele Betriebe sich schnell umgestellt. Gerade in vielen kleineren Orten stellen Bäcker und Metzger inzwischen die Grundversorgung alter und besonders von einer Erkrankung bedrohter Menschen sicher - und das weit über ihr gewohntes Angebot hinaus.“

Schichtbetrieb soll Firmenschließungen verhindern

Wie stark die Betriebe von Corona betroffen sind, hängt natürlich von der Branche ab. Die Bauhandwerker sind beispielsweise nach einer kurzen Orientierungs- und Anpassungsphase weitgehend auf die Baustellen zurückgekehrt. „Viele produzierende Betriebe versuchen ein Schichtsystem einzuführen oder Montage und Zentralstandorte stärker zu trennen“, berichtet Kreishandwerksmeister Wolfram Uhe. Das soll dazu dienen, dass nur ein Teil der Belegschaft in Quarantäne muss, falls bei einem Mitarbeiter eine Corona-Erkrankung festgestellt wird. Soweit Uhe weiß, hat aber noch kein Handwerksbetrieb in der Region eine Produktionsstätte wegen eines Corona-Falls schließen müssen.
Auf der anderen Seite werden bekannte Abläufe plötzlich schwierig. So weiß Stefan Laßmann von einem Dachdeckerbetrieb, in dem die Belegschaft größte Bedenken hat, an einem Krankenhaus zu arbeiten, wo auch Corona-Patienten behandelt werden und die Baustelle nur durch das Gebäude zu erreichen ist. Umgekehrt hat es bei Malern, Elektrikern und Sanitärbetrieben auch schon einige Absagen von privaten Kunden gegeben, die Angst vor einer Ansteckung haben, wenn die Handwerker ins Haus kommen. Andere private Kunden versuchen Aufträge für nicht unbedingt notwendige Arbeiten zu stornieren, auf unbestimmte Zeit verschieben oder sogar ganze An-, Um- und Neubauten auf Eis zu legen. Hintergrund ist die Sorge um die eigene finanzielle und berufliche Zukunft angesichts von drohender oder schon wirksamer Kurzarbeit oder gar dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Für den Unternehmer bedeutet, dass er erst mal auf den bereits entstanden Kosten für Material und Lohn sitzen bleibt“, sagt Wolfram Uhe.
Es gibt auch Betriebe, die sich jetzt um so mehr in die Arbeit stürzen und deren Belegschaft das motiviert mitträgt. Nach dem Motto: Aufträge schnell abarbeiten, bevor es neue Beschränkungen gibt oder wir wegen eines Coronafalls die Firma stilllegen müssen. „In den meisten Betrieben wissen die Leute, was derzeit wirtschaftlich droht, und sie sind froh, wenn sie arbeiten können“, lautet Uhes Einschätzung.

Was wird aus den Industrieaufträgen?

Überhaupt sind viele Vertriebswege gestört. Das betrifft Bäcker und Metzger, die eine eigene Gastronomie betreiben oder im großen Stil Hotels und Gaststätten beliefern, ebenso wie das Kfz-Handwerk, in dem viele nicht unbedingt drängende Werkstatt-Termine abgesagt wurden und der Autoverkauf nahezu zum Erliegen gekommen ist. „Schwierig ist es auch für Handwerker, die der Industrie zuarbeiten“, sagt Wolfram Uhe. Das betrifft insbesondere sein Arbeitsfeld, das Metallgewerbe. Da sind der Frankfurter Flughafen und die Lufthansa als zwei wichtige Auftraggeber in der erweiterten Region praktisch komplett weggefallen. „Aber auch andere Industriezweige, die im Moment noch normal produzieren, sind wegen der weiteren Entwicklung unsicher und schieben geplante Investitionen erst einmal auf.“
Insgesamt laufe in vielen Unternehmen die Neuerteilung von Aufträgen sehr schleppend, weil sowohl private als auch Unternehmenskunden erst einmal abwarten, was die Zukunft bringt. „Es kann sein, dass viele Unternehmen noch gut über die nächsten Wochen kommen, dann aber im Spätsommer oder Herbst das große Auftragsloch da ist“, warnt Uhe. Mit möglicher Kurzarbeit hat sich nach Laßmanns Einschätzung nahezu jeder Betriebsleiter auseinandergesetzt. Anders als in Handel, Dienstleistungen und Gastronomie sei Kurzarbeit aber nur in wenigen Handwerksbetrieben derzeit schon nötig.
Ob die versprochenen Hilfsprogramme von Land und Bund für die Wirtschaft wirken und ob das Geld auch wirklich bei den kleinen Handwerksbetrieben ankommt, wollen Laßmann und Uhe derzeit noch nicht bewerten. Dazu seien diese Regelungen noch zu neu. „Was die lokale und regionale Politik aber machen könnte, wäre jetzt Aufträge vorzuziehen, beispielsweise in den Schulen, wo derzeit sowieso niemand ist“, schlägt Uhe vor.

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