Neustart für die Friseure

Datum: 23.02.2021


Seit Mitte Dezember keine Kunden und damit auch keine Einnahmen, die Angestellten in Kurzarbeit und bürokratische Hürden bei der staatlichen Unterstützung: Hinter den Friseurbetrieben in der Region liegen harte Wochen als Folge der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Aber die Friseurinnen und Friseure sind auch aktiv geworden: Wochenlang immer wieder Videokonferenzen mit dem Landesinnungsverband, Briefe in die Regierung, Auftritte in Fernsehen und Radio, beispielsweise bei "Hart aber fair" oder bei Radio FFH, - an vielen Stellen waren sie vertreten. "Wir haben uns stark gemacht und erklärt, dass wir hohe Hygienestandards befolgen", sagt Marion Saquella, die Obermeisterin der Friseurinnung Limburg-Weilburg. "Und jetzt sind wir einfach froh, dass es zum 1. März wieder losgeht."
Einfach so läuft der Betrieb in den Friseursalons allerdings nicht wieder an. Da ist zunächst die Terminabsprache mit den vielen Kunden, die nun alle nach zehn Wochen endlich einen neuen Haarschnitt verlangen. "Wir sind praktisch ständig beschäftigt, Termine auszumachen, aber die sind natürlich begrenzt. Dabei gehen wir chronologisch vor, um es am gerechtesten zu verteilen", erklärt Saquella. "Zum Glück sind die Kunden sehr verständnisvoll." Ab dem 1. März werden viele Friseurbetriebe Überstunden machen, im Interesse der Kundschaft und um das eigene wirtschaftliche Überleben zu sichern.

Viel investiert in Infektionsschutz

Allerdings werden die Abläufe rund um den Haarschnitt nicht ganz so schnell und reibungslos funktionieren wie in den Zeiten vor Corona. "Unsere Hygienestandards waren schon immer sehr hoch. Im letzten Jahr gab es dazu neue Regeln der Berufsgenossenschaft, um Corona-Ansteckungen zu verhindern. Darin werden alle alle Mitarbeiter intensiv unterwiesen und wir setzen die Regeln seit dem 4. Mai 2020 konsequent um", sagt die Obermeisterin. Dazu gehört, dass sich nur eine begrenzte Zahl von Personen in den Räumen aufhalten dürfen und Sitzplätze, Umhänge und Werkzeug immer wieder desinfiziert werden. "Wir arbeiten praktisch wie im Operationssaal", sagt Saquella. Kunden sollten FFP2-Masken tragen. Die Friseurinnen und Friseure selbst tragen herkömmliche medizinische Masken, weil schwererer Atemschutz über den ganzen Tag hinweg eine zu große Belastung wäre.
Die einzelnen Kundenplätze haben mindestens 1,50 Meter Abstand, in vielen Friseursalons wurden zusätzlich Schutzwände aufgestellt und Lüftungsanlagen und CO2-Messgeräte installiert. Wenn möglich, wird bei offenem Fenster gearbeitet. Die Investitionen für mehr Corona-Sicherheit belaufen sich auf rund 3500 Euro je Salon.

Viele Friseure sind verzweifelt

Dennoch werden die vergangenen Wochen Spuren hinterlassen. Marion Saquella hat zwar offiziell noch keine Nachricht von Insolvenzen innerhalb der Innung. "Aber die wirtschaftlichen Folgen werden wir erst in ein paar Monaten im vollen Umfang sehen", sagt sie. Bundesweit gehen die Branchenverbände von 10 bis 20 Prozent Schließungen im Friseurhandwerk als Folge des Lockdowns aus.
Die Kollegen hätten praktisch alle Mitarbeiter in hundertprozentige Kurzarbeit schicken müssen. Doch auch ohne die Lohnkosten war die Verzweiflung bei vielen groß. "Mich haben viele angerufen, die erst im Jahr zuvor in ihren Betrieb investiert und dazu Darlehen aufgenommen hatten", berichtet Saquella. Da war sie oft vor allem gefragt, um Mut und Zuversicht zu vermitteln.


Corona-Hilfe zu umständlich

Mit der staatlichen Unterstützung haben die Friseurbetriebe in der Region oft sehr schlechte Erfahrung gemacht. "Schnell und unbürokratisch sollten die Corona-Soforthilfe und die Überbrückungshilfen sein. Davon merkt man aber wenig, wenn man 60 Seiten ausfüllen und sich stundenlang mit dem Steuerberater besprechen muss, der das natürlich nicht umsonst macht", bemängelt die Innungsobermeisterin.
Sie selbst hat sich, wie viele Kollegen bundesweit, der Landesinnungsverband und der Zentralverband, auf verschiedenen Wegen an die Politik gewandt und auf die kritische Lage in ihrer Branche hingewiesen. "Und vielleicht sind die vielen Kolleginnen und Kollegen in ihrer Not schließlich auch von der Politik wahrgenommen worden, und wir können als erste wieder weitermachen, weil wir aufgestanden sind und so deutlich auf unsere Lage hingewiesen haben", sagt sie.


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