Kommunalapp - Wie drei Landgemeinden das Smartphone erobern

Datum: 29.06.2021


"Die Gemeinde immer dabei - in der Hosentasche." So formuliert der Brechener Bürgermeister Frank Groos eine Idee, die vor gut zwei Jahren geboren wurde und nun seit rund einem Jahr im Realbetrieb ist: eine kommunale Bürger-App für das Smartphone. Es gibt sie auf der technisch gleichen Grundlage aber als drei verschiedene Programme mit eigenen Inhalten für die Nachbargemeinden Brechen, Selters (Taunus) und Hünfelden.

Sofort informiert über wichtige Neuigkeiten

Bernd Hartmann (Selters), Frank Groos (Brechen), Silvia Scheu-Menzer (Hünfelden) Bildquelle: Foto-Ehrlich
Die App ist im Wesentlichen ähnlich wie die jeweilige Gemeinde-Homepage aufgebaut, bietet aber eine Reihe von Zusatzfunktionen, beispielsweise einen Abfallkalender, einen Mängelmelder und, für Groos besonders wichtig, die Möglichkeit, den Nutzern per Push-Nachricht direkt Botschaften zu schicken. Diese leuchten dann, wenn die entsprechende Einstellung gewählt wurde, sofort auf dem Smartphone auf. Das ermöglicht es der Gemeindeverwaltung, bei wichtigen Themen die Menschen direkt anzusprechen, ohne das diese selbst aktiv Neuigkeiten recherchieren müssen. "So etwas ist besonders wichtig beispielsweise bei einem Wasserrohrbruch oder einem Feuerwehreinsatz", nennt Groos Beispiele. Allerdings betont er auch: "Die App soll andere Kommunikationswege ergänzen, nicht ersetzen. Die bekannte Gemeinde-Webseite, Presseveröffentlichungen und im Notfall die Feuerwehr, die mit dem Lautsprecher durch die Straßen fährt, bleiben weiter genauso bestehen."
Zur Umsetzung stützte sich Brechen als Anstoßgeber auf die vielfach bewährte Zusammenarbeit der Kommunen im Südkreis Limburg-Weilburg. Finanziell möglich wurde das Vorhaben durch einen Zuschuss aus dem europäischen Programm "Leader". Gut 37.000 Euro gab es für das insgesamt knapp 59.000 Euro teure Projekt. "Selters hat die Formalitäten für die Antragstellung übernommen, aber ohne die Kostenteilung und inhaltliche Zusammenarbeit mit Hünfelden und Brechen wäre die App nicht möglich gewesen", blickt Groos zurück. Er hebt hervor, dass Verwaltung und Politik in allen drei Kommunen von Anfang an bei dem gemeinsamen Projekt mitzogen. "Eine ländliche Kommune, aber sehr modern aufgestellt: Diese Idee, die sich in der App ausdrückt, kam überall gut an", sagt der Brechener Bürgermeister.

Der Mängelmelder wird eifrig genutzt

Mit webfacemedia aus Limburg war ein regionaler Kreativ- und IT-Dienstleister gefunden, der die Wünsche der Kommunen umsetzte. Dabei stand für die Gemeinden nicht nur der Service für die Einwohnerinnen und Einwohner im Blickpunkt. "Wir können als kleine Verwaltung niemanden eigens für die App abstellen. Deshalb war mir sehr wichtig, dass Inhalte, die für unsere Homepage entstehen, mit einem einzigen Klick auch auf der App ausgespielt werden können", betont Groos. Auch legten die drei Partner trotz der Zusammenarbeit Wert darauf, ihre Inhalte eigenständig zu gestalten. Für Brechen gibt es beispielsweise eine wöchentlich wechselnde "Brechen-Story" auf der Startseite der App, die wenig bekannte Fakten und Begebenheiten aus Ortsgeschichte und Ortsgeschehen vorstellt.
Inzwischen sind die drei Kommunalapps seit rund einem Jahr für Android-Smartphones und iPhones verfügbar. In Brechen wurde sie etwa 1000 Mal heruntergeladen. "Für eine Gemeinde mit rund 6500 Einwohnern finde ich das sehr beträchtlich", bilanziert Groos. Aus der Region hat sich die Stadt Hadamar über das System informiert und plant eine ähnliche Lösung. Die Rückmeldungen aus der eigenen Einwohnerschaft sind positiv. Besonders gut wird der Mängelmelder angenommen. Er ist für Fälle wie illegale Müllablagerungen, Schlaglöcher oder Ähnliches im Gemeindegebiet gedacht. Per App lässt sich das Anliegen kurz skizzieren. Ein Foto und die genaue Position des Mangels können an die Gemeindeverwaltung übermittelt werden. Bis zu 30 Meldungen kommen im Monat auf diesem Weg im Brechener Rathaus an und betreffen meist den Aufgabenbereich von Bauhof und Ordnungsamt. Anfängliche Bedenken wegen inflationärer Benutzung haben sich Groos zufolge nicht bewahrheitet.

Nächstes Ziel: Formulare per App

Auf dem Erreichten wollen sich die Kommunen nicht ausruhen. Frank Groos möchte beispielsweise über den bestehenden Veranstaltungskalender hinaus den Vereinen eine breitere Plattform geben. Außerdem möchte er die angelaufene Digitalisierung von Verwaltungsabläufen auf die mobile Anwendung ausdehnen. Dazu müssen noch einige rechtliche und technische Voraussetzungen geschaffen werden. Aber wenn diese bestehen, sollen Einwohner beispielsweise einen Grillplatz per App buchen oder ihren Hund anmelden können. Eines ist dem Brechener Bürgermeister dabei aber wichtig: "Das Rathaus bleibt weiterhin offen für die Bearbeitung von Bürgeranliegen direkt vor Ort und für das persönliche Gespräch."

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