Scheune soll zur Kaffeerösterei umgestaltet werden

Unternehmen: fare tredici | Datum: 08.09.2021


Limburg/Niederneisen Nassim Schäfer will „Fare Tredici“ vergrößern und den Dorfkern wiederbeleben

In Limburg hat Nassim Schäfer mit ihrer Kaffeerösterei „Fare Tredici“ einen Glückstreffer gelandet – für sich, aber auch für ihre Kunden und für die Stadt. Jetzt will die dynamische Unternehmerin zusätzlich in Niederneisen ihr Glück machen – und davon sollen wiederum alle Beteiligten profitieren. In ihrem Wohnort möchte Nassim Schäfer an der Hauptstraße eine große Scheune zur Produktionsstätte umgestalten und dort später auch einen kleinen Hofladen einrichten.
Die Expansion eröffnet ihr ganz neue Möglichkeiten für den Vertrieb und auch für den längst zu klein gewordenen Standort in Limburg. „Das wird großartig“, sagt die Geschäftsführerin voller Vorfreude.
Sie kann den Startschuss kaum abwarten, doch vorher müssen noch einige Hindernisse im Genehmigungsverfahren überwunden werden. Der Bauantrag für die Nutzungsänderung im Ortskern ist gestellt, Landrat Frank Puchtler (SPD) hat bei einem Ortstermin seine Unterstützung zugesagt. „Das ist eine gute Idee und die wirtschaftliche Aktivität im Dorf vom Grundsatz her sehr positiv“, so Puchtler.

„Fare Tredici“ heißt übersetzt „eine 13 machen“ und gilt in Italien als Synonym für einen Glücks- beziehungsweise Volltreffer. Die Namensgebung drückt die Zuversicht aus, mit der Nassim Schäfer vor knapp 20 Jahren am Neumarkt mit dem Verkauf von Bohnen, Maschinen, Zubehör und Mini-Ausschank begann. Seit zehn Jahren stellt sie als Mitglied der Deutschen Röstergilde liebevoll ausgewählte und nachhaltig angebaute Spezialitätenkaffees her, seit fünf Jahren bietet sie in einem Fachwerk-Schmuckstück am Kornmarkt Kaffeegenuss auf zwei Etagen. Die gläserne Manufaktur ist sogar eine touristische Attraktion, die Qualität im wahren Sinn des Wortes ausgezeichnet (bei mehreren Wettbewerben und von Fachzeitschriften). Das Magazin „Feinschmecker“ zählt „Fare Tredici“ zu den besten Röstereien und Kaffee-Adressen in Deutschland.

Nun also der nächste Schritt, der zugleich einen Umbruch einleitet. „Wir wollen weiter nachhaltigen Kaffee verarbeiten, aber auch klimafreundlicher werden“, erklärt die Chefin. Mit einer deutlich erweiterten Produktionsfläche und einem größeren Röster will sie den Absatz vervielfachen und endlich in der Lage sein, der starken Nachfrage gerecht zu werden und mehr Kunden zu versorgen. „Fare Tredici“ bleibe aber auch in Niederneisen trotz moderner Ausstattung eine echte Manufaktur mit viel Handwerk und Handarbeit.

Die Diskussion um die Luftqualität und mögliche Dieselfahrverbote in Limburg verfolgt die engagierte Geschäftsfrau mit Interesse. „Ich bin überzeugt, dass man seine Strukturen neu ausrichten muss. Daher hoffe ich, dass dieser Schritt klappt.“ Im zweiten Schritt will die Firma ihren eigenen Strom erzeugen und „selbstverständlich“ die zahlreichen Abnehmer in der Region mit Elektrofahrzeugen beliefern. „Mein Ziel ist es, mit dem ganzen Thema rund um Nachhaltigkeit in Sachen Produktion, Lieferketten, Verpackung und Versand für die Zukunft gerüstet zu sein“, sagt Nassim Schäfer. Zu diesem Zweck hat sie Investoren ins Boot geholt und eine neue GmbH gegründet, an der neben ihr als Mehrheitsgesellschafterin die Limburger Unternehmer Max Stillger und Michael Büttel beteiligt sind. „Ich bin von Nassim Schäfer und diesem Konzept voll überzeugt“, begründet Stillger sein Engagement, das nicht nur finanzieller Natur sein soll. „Ich will mein Netzwerk und meine Erfahrung beim Ausbau von Fare Tredici einbringen“.

Um mehr Einfluss auf Herkunft, Anbau und fairen Handel nehmen zu können, hat Nassim Schäfer 2014 den „Stadtkaffee Limburg“ kreiert, der kürzlich zum zweiten Mal mit der Goldmedaille der Deutschen Röstergilde ausgezeichnet wurde; einer der direkt gehandelten Kaffees von der Farm Buena Vista in Honduras. „Fare Tredici“ garantiert den Bauern dort einen höheren Festpreis und eine gesicherte Jahresabnahme. „Ein Beispiel von mehreren“, betont sie. „Wir unterstützen Projekte wie Orang-Utan-coffee und bemühen uns, direkte Handelsbeziehungen global und in und um Limburg zu schaffen. Regionale Zusammenarbeit und Vernetzung ist die Stärke, die wir alle nutzen sollten, um den Standort zu sichern.“
Gerade im Umgang mit weit gereistem Kaffee sei Nachhaltigkeit eine wichtige Frage, mit der sich jede Kaffeerösterei auseinandersetzen müsse. „Wir wählen unsere Sorten nicht nur nach Geschmack aus, sondern legen auch viel Wert auf die nachhaltige Bewirtschaftung der Plantagen. In allen Prozessen setzen wir auf Qualität statt Quantität. Für die Verpackung verwenden wir seit jeher komplett aluminiumfreie Tüten, die wir aus Deutschland und nicht aus entfernten Billiglohnländern beziehen“, erläutert die Geschäftsführerin.

Der neue Standort mit dem Hofladen in Niederneisen dient nach ihren Worten auch der Strategie, Dorfkerne wiederzubeleben statt die grünen Wiesen zu bebauen.
Diesen Vorteil hebt auch Frank Puchtler hervor. Der Landrat weist allerdings auf das „sehr komplexe“ Prüfverfahren hin, bei dem verschiedene Belange vom Brandschutz bis zur Lebensmittelkontrolle berücksichtigt werden müssten. Die Bauherrin strebt nach eigenen Angaben eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Niederneisen an und ist fest davon überzeugt, dass der Rhein-Lahn-Kreis und der Landkreis Limburg-Weilburg nur profitieren können.
„Unser Altstadt-Juwel wird weiter Anlaufstelle für den besten Kaffees Limburgs bleiben“, berichtet Nassim Schäfer. Dass Kaffee ihre große Leidenschaft ist, spürt man im ersten Moment, wenn man den Laden betritt und einem der frische Kaffeeduft in die Nase steigt. Im Sortiment finden sich mehrfach prämierte Espresso-Mischungen; vom typisch italienischen Espresso bis zu samtigen Mischungen mit sanften Karamellnoten (mit und ohne Robusta-Antei). Auch Filterkaffee-Fans kommen nicht zu kurz: Klassiker aus Honduras oder Kolumbien werden ergänzt durch ausgefallene Röstungen aus Thailand oder Äthiopien. Mal abwarten, was die kreative Fachfrau demnächst noch alles ausbrüten und aufbrühen wird…


Nassim Schäfer zeigt Landrat Frank Puchtler vor Ort die Pläne für den Umbau einer Scheune zur Kaffeerösterei. Daneben die neuen Gesellschafter Max Stillger (links) und Michael Büttel. An der Hauptstraße in Niederneisen soll später auch ein Hofladen eröffnet werden.
Foto: Privat

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